Was ist Existenzielle Psychotherapie?
Die existenzielle Psychotherapie beinhaltet Grundzüge der humanistischen Psychotherapie, wie die persönliche Freiheit, die Authentizität, die Sinnliche Verantwortung und die Eigenverantwortung. In der Einzeltherapie geht es darum, wie der Mensch sich mit den existenziellen Grundtatsachen konfrontiert sieht. Der Sinn des Lebens oder die eigene Sterblichkeit sind existenzielle Fragen, die mehr im philosophischen Sinne geklärt werden müssen. Die Psyche fungiert als Bindeglied zwischen dem Geist und Körper und trägt dazu bei das Wohlbefinden des Menschen zu bewahren, bzw. ihn am Leben zu erhalten. Wenn diese psychodynamischen Prozesse nicht gut integriert oder gelernt sind, dann kann es zu körperlichen, aber auch physischen Reaktionen kommen. In diesen Fällen ist eine Therapie nötig, um das natürliche Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wieder herzustellen.
Inhalt des Artikels
Was ist Existenzielle Psychotherapie?
Geschichte und Entstehung der existenziellen Psychotherapie
Ziel der existenziellen Psychotherapie
4 existenzielle Grundkonflikte
Existenzielle Psychotherapie hilft besonders bei
Videos
Bücher und Quellen
Geschichte und Entstehung der existenziellen Psychotherapie
Die existenzielle Psychotherapie wurde vom amerikanischen Psychiater und Psychotherapeut Irvin Yalom in den 80er Jahren entwickelt. Sein Ansatz basiert auf den Schriften von Rollo May, einem amerikanischen Psychotherapeuten, der große Anteile des menschlichen Verhaltens mit der existenziellen Angst erklärte. Yalom wurde durch seine Frau mit Franz Kafka und Albert Camus bekannt gemacht, die sich ebenfalls mit der existenziellen Frage beschäftigten. Mit diesen Eindrücken formte er Antworten auf die Fragen nach dem Sinn des Lebens, die seine Patienten ihm in seiner Therapie stellten. In der existenziellen Psychotherapie geht es darum seine Existenz als freie, ungewisse Verantwortung anzunehmen. Damit wird die Authentizität des Patienten gestärkt und er bekommt nach und nach seine Eigenverantwortung zurück. Während Yalom weniger mit dem Instinktbegriff arbeitete, nutzte er die Wahrnehmung der existenziellen Probleme als universale Konstante. Von Kierkegaard lernte er, dass der Mensch in seinem Sicherheitsempfinden sehr zerbrechlich ist und der Sinnbegriff sich in einer andauernden Schwebe befindet, ohne jemals eine konkrete Antwort darauf zu bekommen.
Ziel der existenziellen Psychotherapie
Die existenziellen Fragen verlangen von uns eine bewusste Auseinandersetzung. Es geht um ein Ringen mit sich selbst und seiner Sichtweise. Daraus können Abwehrmechanismen körperlicher Art entstehen, die wiederum auf die Psyche schlagen. Das Ziel der existenziellen Psychotherapie ist es den Patienten auf seinem Weg der Selbsterkenntnis zu begleiten. Dafür wird in der Therapie ein Rahmen geschaffen, um konstruktiv mit dem Thema Sinn des Lebens umzugehen. Existenzielle Themen sind per Definition unlösbar. Doch der Prozess der Bewusstwerdung dieser Einsicht, muss dem Patienten behutsam beigebracht werden. Der Therapeut schafft dafür den nötigen Raum, der einerseits sicher, aber auch lehrreich ist. Dabei geht es um die Stärkung der Selbstreflexion, das philosophische Erkunden des Problems, die Bewusstseinserweiterung und die Akzeptanz des menschlichen Daseins.
4 existenzielle Grundkonflikte
Im Rahmen der Therapien treten immer wieder vier Hauptmerkmale und Konflikte auf. Es geht um Leben und Tod, also die Auseinandersetzung mit der eigenen Vernichtung und wie man mit diesen Gedanken umgeht. Wenn das nicht gelingt, wird die Frage meistens verdrängt. Ordnung und Freiheit sind gegenteilige Aspekte, die wenn nicht harmonisch ausgerichtet, die Struktur durcheinander bringen. Es geht darum Verantwortung zu lernen, aber auch seine Freiheit zu schätzen. Nähe und Einsamkeit sind genauso zwei Faktoren, die sich gerne in Balance befinden. Einerseits ist es gut für jeden Menschen mit anderen in Kontakt zu kommen, aber der Mensch muss auch alleine seine Problem bewältigen können. Nur so kann innerer Wachstum geschehen. Sinn oder Sinnlosigkeit, ist wahrscheinlich die existenziellste Frage im Leben. Daraus entsteht die Frage, wie konstruktivistisch wir die Welt um uns herum gestalten und ob uns die Selbstoptimierung, bei der Suche nach uns selbst uns eher im Weg steht, als das sie uns dient.
Existenzielle Psychotherapie hilft besonders bei
Die Existenzelle Psychotherapie kann bei einer Reihe von psychischen und emotionalen Herausforderungen unterstützen, insbesondere bei Themen, die mit der Suche nach Sinn und Bedeutung des Lebens verbunden sind.
- Existenzielle Krisen
- Suche nach Lebenssinn
- Depression mit Sinnverlust
- Angststörungen
- Beziehungsschwierigkeiten
- Trauer und Verlust
- Identitätsprobleme
- Existenzielle Ängste
- Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung
- Berufliche Sinnfragen
- Krisenintervention
- Lebensübergänge und Veränderungen
- Psychosomatische Beschwerden
- Existenzielle Isolation und Einsamkeit
- Suchtprobleme (z. B. Sinnverlust durch Sucht)
- Ethische Dilemmata und moralische Konflikte
- Existenzielle Fragen bei schweren Krankheiten
- Traumaverarbeitung
- Spirituelle Krisen
- Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen
Die existenzielle Psychotherapie zielt darauf ab, individuelle Fragen und Herausforderungen im Zusammenhang mit Existenz und Lebenssinn zu erforschen. Es ist wichtig zu beachten, dass Personen, die diese Therapie in Erwägung ziehen, sich an qualifizierte Psychotherapeuten wenden sollten, um die bestmögliche Unterstützung für ihre individuellen Bedürfnisse zu erhalten.
Videos über die Existenzielle Psychotherapie
Bücher und Quellen
Bücher über die Existenzielle Psychotherapie
Existenzielle Psychotherapie: Mit e. Nachw. d. Autors ’25 Jahre Existentielle Psychotherapie‘
Existenzielle Perspektiven in Psychotherapie und Beratung
Den Menschen verstehen: Existenzielle Perspektiven für Theorie und Praxis
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