Was ist Tai Chi?

Tai Chi oder auch Tai-Chi-Chuan, bzw. Taijiquan, ist eine Kampfkunst aus der chinesischen Kaiserzeit. Sie gehört zu den inneren Kampfkünsten und ist in ihrem Ursprung für den bewaffneten oder unbewaffneten Nahkampf ausgelegt. Seit dem 20. Jahrhundert ist Tai Chi zu einem Teil der Gymnastik geworden und wird der gesundheitlichen Bewegungslehre zugesprochen. Als Teil der traditionellen chinesischen Medizin ist dem Begriff „Chi“ in Tai Chi der Fluss des Lebens, also die menschliche Lebensenergie zugeordnet. Die Bewegungsabläufe im Tai Chi führen zu einer Verbesserung der Lebensenergie, damit einhergehend hilft es bei der Persönlichkeitsentwicklung und durch die Meditation, die Konzentration und Achtsamkeit zu erhöhen. Es bringt Körper und Geist wieder in Balance und soll durch die Bewegungen der Selbstverteidigung (Wushu) und durch die Führung der Energie (Qi Gong) die Elemente verbinden. In China wird Tai Chi inzwischen als Volkssport praktiziert und ist dort weit verbreitet.

Geschichte und Entstehung von Tai Chi

Taiji-quan kommt aus den philosophischen Lehren des Taoismius. Diese wiederum gehen auf den großen chinesischen Philosophen und Gelehrten Lotse zurück. Der Begriff „Taiji“ steht für das höchste Prinzip im Leben. Es geht um das Wechselspiel der Elemente und um das Kämpfen ohne Waffen. Wer Tai Chi aber wirklich ins Leben gerufen hat, weiss man nicht genau. Es gibt Annahmen dass es Chen Wang Ting war, der Begründer des Chen Stils, einer inneren Kampfkunst. Manche sagen aber es muss Wang Zong Yue gewesen sein. Der Schüler von Zhang Sanfeng, einem taoistischen Mönch. Er inspirierte die Brüder Wu in ihrem Tai Chi Traktat. Dann gibt es noch Zhang San Feng, Sungkaiser Taizu, die Tangkaiser, die Changquan in der Handynastie, den gelben Kaiser Huangdi und noch mehr Einflüsse die Tai Chi mit geprägt haben sollen. Letztendlich war es aber der General Check Wang Ting der China in der Zeit des Umbruchs während der Bürgerkriege und Rebellionen beschützte. Als die Barbaren des Nordens an die Macht kamen und damit die Qing Dynastie einleiteten, zog sich Wang Ting zurück in die Provinz Henan, wo er seinen Shi Stil ausarbeitete. Aus seinen Kampfkünsten und seiner inneren Arbeit entwickelte er schließlich Tai Chi. Dieser Stil der Gelassenheit und der physischen Kraft half während der neuen Dynastie, den Kaiser in Beijing gegen die inneren Konflikte zu schützen. Das besagt jedenfalls die Legende. Fest steht, dass die innere Kampfkunst (Neija) und das System der Quafa (alte chinesische Kampfkunst), so alt sind wie die chinesische Kultur selbst. Die sportlichen Aspekte von Tai Chi und die Bewegungsformen mit dem Übergang zur Gymnastik kamen erst im 20. Jahrhundert dazu. Die chinesische Regierung benutzte damals Tai Chi und damit Kampfkunst als kommunistische Propaganda.

Ziel von Tai Chi

Das Ziel von Tai Chi ist den Gegner durch Geschmeidigkeit und Präzision zu schlagen. Es geht dabei nicht darum gegen einen echten Gegner zu kämpfen, sondern sich im Schattenboxen dem inneren Gegner zu stellen. Im Tai Chi gibt es eine Vielzahl von Übungen und Bewegungsabfolgen die bis zu 1,5h dauern können. Dabei liegt der Fokus auf der Körperspannung, der Atmung und der Achtsamkeit. Es gibt dafür 10 Regeln, die jeder Tai Chi Schüler kennen sollte:

1 Der Kopf ist entspannt und in Verlängerung der Wirbelsäule.
2 Der Rücken ist gerade.
3 Die Taille bleibt locker und geschmeidig.
4 Der Stand ist stabil und das Körpergewicht gleichmäßig auf den Füßen verteilt.
5 Die Schultern und Ellenbogen hängen locker nach unten.
6 Bei jeder Bewegung zählt die Intention dahinter, nicht die Kraft.
7 Ober- und Unterkörper werden präzise koordiniert.
8 Zwischen Körper und Umwelt herrscht eine Harmonie.
9 Die Bewegungen sollen immer fließen.
10 Der Körper bewegt sich, aber der Geist bleibt ruhig.

Unterschied von Tai Chi und Qi Gong

Oftmals fragt man sich, was eigentlich der Unterscheid zwischen den beiden Arten der Bewegung ist. Sie sind beide sehr ähnlich und zielen darauf ab die Lebensenergie zu stärken. Tai Chi entstammt direkt aus einer Kampfkunst. Es wurde entwickelt um sich selbst zu verteidigen. Qi Gong wurde nicht als Angriffs- oder Abwehrtechnik entwickelt, sondern aus dem Gedanken der Atem- und Meditationstechnik heraus, um die Gesundheit zu verbessern und das Leben zu verlängern. Aber das heisst nicht, dass Tai Chi das nicht auch macht. Durch Tai Chi wird vor Allem die Rumpfmuskulatur gestärkt, die Konzentration gefördert und es wirkt präventiv gegen Gelenkkrankheiten. Dazu kommt eine ordentliche Portion Konzentration und aus dem meditativen Gedanken heraus, eine Form seinen Geist zu schulen und seine innere Ruhe zu fördern.

Übungen aus dem Tai Chi

 

Seidenübungen
Die Seidenübungen bauen auf der Grundhaltung des Tai Chi auf. Durch fließende Übungen läuft die Lebensenergie langsam den Körper entlang. Dadurch balanciert die Energie den Körper und den Geist gleichermaßen aus.

Weiter Übungen

Tai Chi hilft besonders bei

Tai Chi ist eine chinesische Kampfkunst, die auch für ihre gesundheitlichen Vorteile und Stressabbau bekannt ist.

  • Stressbewältigung
  • Schlafstörungen
  • Chronische Müdigkeit
  • Angststörungen
  • Depression
  • Bluthochdruck
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Rücken- und Nackenschmerzen
  • Gelenkprobleme
  • Verdauungsprobleme
  • Immunsystemstärkung
  • Atemwegserkrankungen
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Verspannungen
  • Koordinationsprobleme
  • Rehabilitation nach Verletzungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Nervensystemstärkung
  • Emotionale Instabilität

Tai Chi fördert die Entspannung, verbessert die Körperhaltung und Koordination, und kann somit verschiedene gesundheitliche Vorteile bieten. Es ist wichtig zu beachten, dass Tai Chi nicht als Ersatz für medizinische Behandlungen dient, und Personen mit spezifischen Gesundheitsproblemen sollten sich mit qualifizierten Tai-Chi-Lehrern oder Gesundheitsdienstleistern in Verbindung setzen.

Bücher und Quellen

Bücher über Tai Chi

Tai Chi: Das komplette Trainingsbuch

Tai Chi leicht gemacht

Tai Chi für zwischendurch. Kompakt-Ratgeber: Neue Energie durch einfache Übungen

 

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