Was ist die Transaktionsanalyse?

Die Transaktionsanalyse geht auf die menschliche Persönlichkeitsstruktur ein und stellt psychotherapeutische Konzepte zur Verfügung mit denen die Patienten ihre erlebte Wirklichkeit reflektieren, analysieren und verändern können. Dabei bedient sie sich dem Mittel der Kommunikation, um es den Patienten zu ermöglichen den eigenen Lebensweg selbstbestimmt weiterzugehen. Vom Therapeuten werden verscheiden Modelle dafür angeboten, wie das Beobachten, das Beschreiben, Verstehen und Analysieren der Persönlichkeit auf verschiedenen Ebenen und in Beziehung auf das Außen, also das soziale Umfeld. Eine Transaktion ist die stattfindende Kommunikation, also der unbewusste und bewusste Austausch mit anderen Menschen und der Umwelt. Das Ziel der Transaktionsanalyse ist es eine autonome Persönlichkeit mit Selbstbewusstsein, Achtsamkeit und Rücksicht gegenüber sich selbst und den anderen zu entwickeln. Dabei spielen Gleichwürdigkeit und Gleichwertigkeit eine wichtige Rolle.

Geschichte der Transaktionsanalyse

Die Transaktionsanalyse wurde Mitte des 20. Jahrhunderts durch den US Psychiater Eric Berne begründet und weiterentwickelt. Er erforschte durch Beobachtung zwischenmenschlicher Kommunikation and der Transaktion zweier Menschen und erkannte, dass neben dem bewussten, ein unbewusstes Austauschgeschehen darin geben muss. Kommunikationsabläufe werden als einzelne Transaktionen erkannt und bekommen durch die genaue Betrachtung eine deutlichere Wirkung für den Patienten. Komplexe Abläufe und stereotypische Muster werden in der Transaktionsanalyse aufgedeckt und gewinnen an Bedeutung. Aus der Einsicht dieses Verhaltens kann der Patient gemeinsam mit dem Therapeuten zu einer anderen Sichtweise gelangen, die ihn in seinem Heilungsprozess unterstützt. Die zentrale Grundannahme der Transaktionsanalyse geht davon aus, dass der Mensch von Geburt an „ok“ ist. Er kommt mit einem gesunden Potenzial zur Welt. Jeder Mensch ist daher eine vollwertige und intelligente Person und kann sein Leben nach seinen Bedürfnissen gestalten, wenn er die notwendigen Werkzeuge mit an die Hand bekommt. Für Berne ist die menschliche Kommunikation der Schlüsse zu seiner Psyche und Seele.

Die 3 Ich-Zustände nach Berne

Das Eltern-Ich
Fühlen, Denken und Verhalten ist durch die Eltern, ab dem Babyalter geprägt. Das Kind speichert sich das Verhalten der Eltern, als Überlebensstrategie, schon in frühen Jahren ab. Allerdings sind die Eltern auch die einzige Instanz, die es in dieser Zeit als Vorbild hat. Unterdrückte Gefühle oder autoritäre Ausdrucksformen, die von den Eltern übernommen wurden, äußern sich im späteren Alter in der Kommunikation mit dem Gegenüber. Hier wird klar, welche Position der Patient annimmt, ob er z.B. fürsorglich, autoritär, bevormundend, etc. ist.

Das Erwachsenen-Ich
Durch die eigenen Reflexion in verschiedenen Situationen und durch die zunehmende Rationalität und Beherrschung unserer Emotionen werden wir Erwachsen. Das bedeutet wir können mit schwierigen Situationen besser umgehen. Also verhalten wir uns logisch und angemessen. Doch behandeln wir unseren Gegenüber dadurch gleichwertig, respektvoll und sachlich konstruktiv? Oftmals entsteht durch eine Erwachsenen Position eine Art bevormundende Position.

Das Kind-Ich
Die kindlichen Anteile eines Erwachsenen wollen ebenfalls gesehen werden. Das Kind kann trotzig, rebellisch, aber auch ängstlich sein. Dadurch können Reaktionen nicht immer sachlich konstruktiv, sondern auch uneinsichtig sein. Das Kind kann man stärken, indem man seine Qualitäten wie Neugier, Phantasie und Lerneifer unterstützt.

So ergibt es sich oft in einer Situation, dass wenn der Gegenüber mit einem bevormundenden, elterlichen Ton spricht, man selbst das Bedürfnis hat in den Kind-Ich Zustand zu fallen. Die Transaktionsanalyse setzt genau hier an und versucht diese Situation der Ich-Zustände bewusst zu machen. Dabei betrachtet man die nonverbalen als auch die verbale Ebene. Da der Mensch sich immer in Bezug auf seine Umwelt erlebt, führt die bewusste Betrachtung dieser Dynamik zur Lösung alter Strukturen und damit zur Heilung.

3 Arten der Kommunikation

Parallele und komplementäre Transaktion
Der optimale Fall einer Kommunikation ist, wenn sich Gesprächspartner auf einer gleichwertigen Eben wiederfinden. Beide erkennen sofort die jeweiligen Zustände des Gegenüber und können sachlich darauf eingehen. Konflikte können so vorher erkannt und durch einfache Kommunikationsstrategien aus der Welt geschafft werden.

Gekreuzte und ungleiche Transaktion
Wenn die Kommunikation auf verschiedenen Ich-Zustand Ebenen stattfindet, dann kommt es oftmals zur Reibung. Hauptsächlich stehen den Kommunikationspartnern hohe Erwartungen im Weg. Aber es können auch tiefe Prägungen, Gewohnheiten und unbewusste Muster sein, die die Situation verschlimmern.

Versteckte Transaktionen
Ironie und ein anderer Tonfall kann je nach Situation unangebracht sein. Das passiert, wenn jemand sich über den anderen erhebt und die Eltern-Ich Perspektive einnimmt. Der Andere wiederum reagiert im Kind-Ich Zustand und verändert den Tonfall. Eine klare Zuordnung kann in emotionalen Situationen schwer fallen und es kommt meistens zur Eskalation.

Der Patient hat die Chance seine Kommunikation mit Hilfe der Transaktionsanalyse deutlich zu verbessern, indem er sich der Situationen und seiner Ausdrucksweise bewusst wird. Dabei lernt er die Ich-Zustände zu analysieren und in schwierigen Situationen zu erkennen, so dass er in jeder Lage ist, rational und gleichwertig zu kommunizieren.

Die Transaktionsanalyse hilft besonders bei

Die Transaktionsanalyse (TA) ist eine psychotherapeutische Methode, die sich mit persönlicher Entwicklung und zwischenmenschlichen Beziehungen befasst.

  • Beziehungsprobleme
  • Kommunikationsprobleme
  • Angststörungen
  • Depression
  • Selbstwertprobleme
  • Mangelnde emotionale Intelligenz
  • Schwierigkeiten in der Selbstregulation
  • Entscheidungsfindungsschwierigkeiten
  • Stressbewältigung
  • Probleme mit Autorität
  • Arbeitsplatzkonflikte
  • Familiäre Konflikte
  • Suchtverhalten
  • Essstörungen
  • Persönliche Identitätsfragen
  • Traumata und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Emotionale Belastungen
  • Mangelnde Lebenszufriedenheit
  • Überforderung und Burnout
  • Selbstsabotageverhalten

Bitte beachten Sie, dass die Transaktionsanalyse als unterstützende Methode betrachtet wird und nicht als Ersatz für professionelle medizinische oder psychologische Beratung. Personen mit ernsthaften psychischen Problemen sollten sich an qualifizierte Gesundheitsdienstleister wenden.

Videos über die Transaktionsanalyse

Bücher und Quellen

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